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Der Whisky Ticker - 1. Halbjahr 2005

7.6.2005
Bushmills
Verkauft Pernod Bushmills an Diageo?

Wie die neuesten Nachrichten in der Übernahme von Allied Domecq verlauten lassen, hat Diageo, der größte Spirituosenkonzern der Welt, in einem überraschenden Schachzug das Blatt zu Gunsten von Pernod Ricard beeinflusst.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg gab bekannt, dass Pernod Ricard die Brennerei Bushmills und die zugehörige Whiskey-Marke für GBP200m an Diageo verkauft. Damit wird Pernods Fähigkeit, die Aktionäre von Allied in bar auszuzahlen, gestärkt.

Diageo sicherte sich mit diesem Deal ebenso einen möglichen Kauf des Weinproduzenten Montana in Neuseeland, sofern Pernod den Zuschlag für den Kauf von Allied Domecq erhält.

Das besondere Verhalten von Diageo leuchtet erst auf den zweiten Blick ein. Durch die wachsamen Augen der Wettbewerbshüter kann Diageo nur mehr sehr begrenzt auf Einkaufstour gehen. Da Diageo derzeit keinen irischen Whiskey besitzt und auch der Weinhersteller aus Neuseeland wettbewerbstechnisch nicht bedeutend ist, ist die Wahrscheinlichkeit der Zustimmung der Wettbewerbskommissionen der beteiligten Länder hoch. Der Verkauf wird vermutlich Ende 2005 oder Anfang 2006 wirksam werden.

2.6.2005
Whisky Magazine
Die besten Whiskys der Welt

Das schottische Whisky Magazine hat aus seiner Sicht  die besten Whiskys der Welt gewählt. Experten-Gruppen aus den Herstellerländern bewerteten Whiskys, die von den regelmäßigen Tastern des Magazins zuvor überdurchschnittlich bewertet wurden.

Gewonnen haben:

Best American Whiskey 2005: Van Winkle Family Reserve 15 Jahre
Best Irish Whiskey 2005: Bushmill's 16 Jahre
Best Scotch Blend 2005: Chivas Regal Royal Salute 21 Jahre
Best Scotch Single Malt 2005: Laphroaig 10 Jahre Cask Strength

1.6.2005
Glencairn
Gewinnen Sie eine 2-wöchige Whisky Tour mit Glencairn

Der Glasproduzent Glencairn, Hersteller des Blenders Malt Glases, verlost eine 2-wöchige Whisky Tour für zwei Personen durch Schottland.

Was muss man tun? Das 1-millionste Blenders Malt Glas ist mit einer Telefonnummer graviert. Rufen Sie an und Sie haben gewonnen! Obendrein gibt es noch 500GBP Taschengeld für ihre Whiskyeinkäufe.

Mai 2005
Drinks Intl.
Starkes Whisky Wachstum bei Pernod Ricard 2004

Alle Jahre wieder veröffentlicht die Zeitschrift Drinks International die Hitliste der am stärksten wachsenden Spirituosen mit einem Absatz von mehr als 9 Mio. Flaschen (1 Mio. 9 Liter Cases). Hier sind nur die Whiskys wiedergegeben.

Name Absatz 2004
(Mio. Flaschen)
Absatz
Wachstum
100 Pipers (Pernod Ricard) 37,9 +32,2%
Chivas Regal (Pernod Ricard) 39,5 +11,9%
Jameson (Pernod Ricard) 20,8 +9,5%
Grant's (Wm. Grant) 49,4 +8,4%
Jack Daniel's (Brown-Forman) 91,7 +8,4%
Famous Grouse (Edrington) 32,4 +8,0%
Johnnie Walker (Diageo) 144 +5,3%
Crown Royal (Diageo) 50,4 +5,0%
Clan Campbell (Pernod Ricard) 19,1 +3,9%

Es fällt besonders auf, dass Pernod Ricard die drei am stärksten wachsenden Whiskys am Markt hat.

Die absatzstärksten Whiskys, unabhängig vom Wachstum, zeigt die folgende Tabelle:

Name Absatz 2004
(Mio. Flaschen)
Absatz
Wachstum
Johnnie Walker (Diageo) 144 +5,3%
J&B Rare (Diageo) 72 0,0%
Ballantine's (Allied Domecq) 61,2 +2,0%
Grant's (Wm. Grant) 49,4 +8,4%
Dewar's (Bacardi) 43,2 0,0%
Chivas Regal (Pernod Ricard) 39,5 +11,9%
100 Pipers (Pernod Ricard) 37,9 +32,2%
Famous Grouse (Edrington) 32,4 +8,0%
Bell's (Diageo) 24,0 0,0%
Cutty Sark (Berry Bros & Rudd) 22,2 -2,1%
27.5.2005
Chivas Brother
Starke Verkaufszahlen führen zur Wiedereröffnung von Allt-A-Bhainne

Aktuell gab Pernod Ricard - der Eigentümer der Marke Chivas Regal - bekannt, dass die Malt Whisky Brennerei Allt-A-Bhainne ab sofort wieder produziert.

Anlass für diese allseits bejubelte Wiedereröffnung war ein starkes Wachstum des Chivas Regal Premium Blends. In 2004 konnte Pernod Ricard den Absatz von Chivas Regal 12 Jahre um 7 Mio. Flaschen (+16%) auf jetzt 54 Mio. Flaschen erhöhen.

26.5.2005
Brown-Forman
Jack Daniel's treibt Gewinne nach oben

Brown-Forman, Hersteller von Jack Daniel's und Southern Comfort gab einen Anstieg des Gewinns je Aktie um 6,5% auf 49ct im vergangenen Quartal bekannt.

Besonders positiv stellte sich die Entwicklung des Wechselkurses im Verhältnis zum Euro dar. Negativ auf den Umsatz wirkte sich ein Rückgang im Porzellanbereich aus (Lenox), für den Brown-Forman über eine Deinvestition (Verlauf) nachdenkt.

25.5.2005
Tullibardine
Visitor Center von Tullibardine in Betrieb

Pünktlich zur Feriensaison hat die Brennerei Tullibardine in Blackford, Perthshire, sein Visitor Center eröffnet. Das moderne Visitor Center, direkt an der A9 gelegen, bietet neben Besichtigungstouren auch einen Shop und ein Restaurant.

13.5.2005
Ärzte Zeitung
Schützt Whisky vor Krebs?

Die gesundheitlichen Vorzüge moderaten Alkoholkonsums sind vielfach in der Presse beschrieben worden. Neu ist, dass Single Malt Whisky vor Krebs schützen soll.

Single Malt Whisky soll mehr Antioxidantien als Rotwein enthalten, behauptet der Arzt Dr. Jim Swan in einem Bericht der British Nursing News. Verantwortlich dafür sei der hohe Gehalt an Ellagsäuren, die auch in manchen Beeren enthalten sind.

Kritisch anzumerken bleibt, dass auch Fruchtsäfte viel Ellagsäuren enthielten. Man muss seinen Whisky-Konsum also nicht erhöhen, um besser vor Krebs geschützt zu sein.

9.5.2005
Balvenie
Balvenie stellt 10-Jährigen Single Malt ein

Die Speyside-Brennerei Balvenie gab aktuell bekannt, dass der 10-Jährige Founders Reserve eingestellt wird. Wm. Grant & Sons, die Eigentümer der Brennerei, gaben bekannt, dass sie den anhalten Erfolg der Marke The Balvenie nachhaltig stärken wollen. Künftig tritt der preisgekrönte Balvenie Double Wood 12 Jahre als Einstiegsprodukt der Single Malt Range an die Stelle des zehn Jahre gelagerten Balvenie Founders Reserve.

Fast gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt, dass der Balvenie 1989 Port Wood Finish ausverkauft ist und in naher Zukunft durch einen 1991 ersetzt wird.

The Whisky Store hat sich mit dem 1989 für die kommenden Monate ausreichend bevorratet.

8.5.2005
The Whisky Store
Kommentar

Das Leben gestaltet sich für die kleinen Spirituosen-Konzerne zunehmend schwieriger. Das Geschäft mit Spirituosen lebt von der Größe. Ist das weltweite Vertriebsnetz und die Infrastruktur eines Konzerns in Ordnung, so lassen sich ohne nennenswerte Zusatzkosten beliebige Mengen an Flaschen darüber an den Mann bzw. die Frau bringen.

Betrachten wir den Kauf von Glenmorangie plc durch Moet Hennessy genauer. Hier wird ein relativ kleiner Whisky-Hersteller von einem Milliardenschweren Konzern übernommen. Das bestehende Vertriebs- und Logistiknetz von Moet Hennessy kann mit wenig Zusatzaufwand den neuen Whisky mit vertreiben. In relativ kurzer Zeit werden die zusätzlichen Gewinne den Kaufpreis und die Zinsen wieder einspielen. Der Kauf des Edel-Wodkas Grey Goose durch Bacardi entstammt dem gleichen Gedanken.

Die Aufteilung von Allied Domecq unter den größenmäßigen nächsten Verfolgern folgt dem Vorbild des Seagram's Deals. Wer immer vom Markt als Ziel identifiziert wird, wird von der Meute verschlungen. Ziel ist es, dem großen Vorbild Diageo auf den Fersen zu bleiben, da dieses Unternehmen als Größtes der Branche die geringsten Kosten pro verkaufter Flasche aufweist.

Und was macht der Größte? Kaufen darf er so gut wie nicht mehr, da die Wettbewerbshüter ihm den Zukauf verwandter Marken verbieten. Also kann man sich wie im Fall von Glenmorangie nur als Minderheitsaktionär im Unternehmen Moet Hennessy (Diageo Anteil 34%) engagieren. Ansonsten kann man nur viel Werbung machen, neue Märkte z.B. in Asien erschließen und seine Infrastruktur, wie mit dem Standort Budapest, kostenmäßig konkurrenzfähig halten.

Und die vielen Kleinen? Sie können sich entweder auf Nischen konzentrieren oder sich, wie im Fall von Maxxium, zu einer Vertriebsgemeinschaft zusammenschließen. Für die Meisten ist aber der Königsweg verlockend: Sich von der großen Konkurrenz kaufen zu lassen.

6.5.2005
BBC
Wieder Whisky-Transport überfallen

Eine ganze Lastwagen-Ladung Dewar's White Label wurde gestern in Glasgow von zwei Männern überfallen und entführt. Die Zugmaschine wurde später in Milton of Campsie gefunden. Doch von dem Auflieger fehlt jede Spur. Die Whisky-Ladung hat einen Wert von GBP100.000.

Diese Entführung ist nicht so einmalig, wie sie jetzt klingt. Bereits 2000, 2001 und 2003 wurden ganze LKWs mit den verschiedensten Whisky-Ladungen mit Werten von GBP100.000 bis GBP135.000 gestohlen. Von den Flaschen fehlt bislang jede Spur.

4.5.2005
Bacardi
Financial Times
Gegenangebot für Allied von Bacardi?

Der Chief Executive Ruben Rodriguez von Bacardi International Ltd. geht in den Ruhestand. Er war der erste Inhaber dieser Position, der nicht aus der Familie stammte.

Der Rücktritt kommt gerade in dem Moment, in dem Diageo mit Barcardi Kontakt aufnahm, um über ein gemeinsames Gebot für Allied Domecq zu sprechen. Einige der 600 Bacardi-Familienmitglieder würden gerne ein Gebot für das konkurrierende Spirituosen-Unternehmen abgeben. Allein ist der zu schluckende Fisch jedoch zu groß. Noch verdaut Bacardi an der Übernahme des Edel-Wodkas Grey Goose.

Ein Sprecher des Unternehmens gab bekannt, dass der Rücktritt des CEOs in keinem Zusammenhang mit diesen Aktivitäten steht.

Hauptkapitalgeber in diesem Gebot könnte Diageo sein, die mit GBP636m Free Cash Flow 2005, GBP600m Aktien in General Mills und guten finanziellen Bewertungen Zugriff auf die erforderlichen Barmittel im Markt haben sollten.

28.4.2005
Handelsblatt
Financial Times
Neuer Käufer für Allied?

Allied Domecq gab bekannt, dass sich ein weiterer Bieter für ihr Unternehmen gemeldet hat. Es ist ein Konsortium aus dem weltgrößten Weinhersteller Constellation Brands und Brown-Forman (Jack Daniel).

Wie aus Fachkreisen verlautet wurde, ist Constellation Brands durch die Übernahme von Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits mit hohen Schulden belastet. Auch ist die Marktkapitalisierung von Constellation (USD6,1Mrd) für ein Eigengebot nicht ausreichend, Deshalb haben sich zwei Investmentgruppen Lion Capital und Blackstone dem Konsortium angeschlossen. Sie sollen das notwendige Kapital für ein Bargebot aufbringen.

Eine Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet, wenn die Aktionäre von Allied Domecq über das Angebot von Pernod Ricard abstimmen werden.

25.4.2005
Scotsman
Bruichladdich plant Gebot für Malt Whisky Brennereien

Mark Reynier, CEO von der Bruichladdich Brennerei, hat Patrick Ricard den Erwerb der Brennereien Glendronach und Scapa aus dem Allied Deal vorgeschlagen. So unwahrscheinlich dieses Angebot auf den ersten Blick auch erscheinen mag. Sinn macht es schon.

Zwischen den Fronten der Großkonzerne könnte es durchaus passieren, dass die beiden kleinen Brennereien zwischen den großen Marken von Allied Domecq zerrieben würden. Das wäre schade und Bruichladdich ist klein genug, um auch diese beiden gerade wieder angelaufenen Brennereien mit der notwendigen Aufmerksamkeit zu behandeln.

25.4.2005
Just Drinks
Famous Grouse wächst stärker als der Markt

Der berühmte schottische Blend Famous Grouse zeigte über die vergangene Weihnachtsperiode ein extremes Wachtum. Der Absatz stieg im Vergleich zum Vorjahr in Großbritannien um 37%. Weltweit wuchs der Absatz immer noch um 3%, wogegen der globale Blended Whiskymarkt im gleichen Zeitraum um 9% schrupfte.

23.4.2005
Allgemeine Zeitung
Diageo plant Einschnitte in Deutschland

Der Welt größte Spirituosenkonzern Diageo plant drastische Einschnitte am Standort Rüdesheim. Es sollen rund die Hälfte der 167 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen werden.

Der direkte Einzelhandelsvertrieb soll auf Drittfirmen verlagert werden, um das Saisongeschäft besser bewältigen zu können. Gleichzeitig werden die Branchen Finanzen und Logistik künftig europaweit in Budapest gebündelt (wir berichteten).

Der neue Diageo Deutschland Geschäftsführer Ulrich Melzer gab bekannt: "Wir sind durch das schwierige Marktumfeld, gesetzgeberische Maßnahmen und die immer weiter sinkende Verbrauchsquote gezwungen, unsere Strategie neu auszurichten. Das geht leider nicht ohne Anpassungen unserer personellen Ressourcen."

21.4.2005
Fortune Brands
Pernod kauf Allied?

Jetzt ist es passiert, was anfangs Niemand wahr haben wollte. Pernod Ricard hat ein Angebot für Allied Domecq abgegeben. Damit entstünde ein kombinierter Spirituosenkonzern, der dem Marktführer Diageo im Absatzvolumen und Umsatz nahe rückt.

Die Auflagen der Wettbewerbshüter sind heute so streng geworden - vor allem wenn es um solch riesige Konzerne geht - dass ein Deal immer mit konkurrierenden Unternehmen zusammen ausgeführt werden muss. Die Rolle dieses Teilhabers ist die Übernahme der Marken, die die Wettbewerbshüter aus kartellrechtlichen Gründen nicht in einer Hand sehen wollen. So kann Pernod Ricard z.B. den Cognac Courvoisier nicht übernehmen, da zusammen mit dem eigenen Cognac Martell man in USA einen Marktanteil von 60% hätte. Der Watchdog in USA erlaubt aber nur Marktanteile durch Übernahmen von 25%.

Die Rolle dieses konkurrierenden Unternehmens kommt in diesem Deal Fortune Brands zu. Fortune Brands ist bekannt durch seinen Jim Beam Bourbon.

Für uns Whisky Liebhaber ist interessant, dass der Islay Single Malt Whisky Laphroaig mit rund 1,7m verkaufter Flaschen pro Jahr an Fortune Brands gehen könnte. Auch Canadian Club (31m Flaschen), Maker's Mark (6m Flaschen) und Teacher's (22m Flaschen) gehen an die Amerikaner. Sollte der Zuschlag auf das Angebot folgen, verdoppelte sich der Spirituosen-Absatz von Fortune Brands von US$1,2Mrd. auf US$2,5Mrd.

Alle anderen Whiskys von Allied Domecq (Ballantine's, Glendronach, Scapa, Tormore, Tullamore) gingen an Pernod Ricard.

Der Angebotspreis für Allied Domecq beträg GBP7,37Mrd (US$13,95Mrd). Der Anteil von Fortune Brands beträgt ca. 38%. Umgerechnet auf die ausgegeben Aktien von Allied Domecq wird für jede Aktie ein Preis von 670p bezahlt. 80% (545p) davon in Cash; der Rest in frisch ausgegebenen Aktien.

21.4.2005
Bruichladdich
Queen's Award für Bruichladdich

Bruichladdich wurde dieses Jahr mit dem Queen's Award geehrt. Die Preise wurden in 4 Kategorien vergeben: Internationaler Handel, Innovation, nachhaltige Entwicklung und Unternehmens Promotion.

8.4.2005 Kunstausstellung von Whisky inspirierter Kunst

Vom 28.4. bis 13.5.2005 läuft die Ausstellung 'The Colour of Whisky' in dem Städtchen Aberlour mit der gleichnamigen Brennerei.

Still Life Picture Gallery
126 High Street
Aberlour, Banffshire, AB38 9NX

Die Ausstellung ist Mo. bis Sa. von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sonntag nur von 12 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

6.4.2005
Press Democrat
Allied Übernahme vor US amerikanischem Hintergrund

Als Whisky-Begeisterte betrachten wir die Spirituosenkonzerne gerne von der Whiskyseite aus. Doch die an der geplanten Übernahme beteiligten Konzerne Allied Domecq, Fortune Brands und Pernod Ricard haben in der Vergangenheit sehr viel in Wein investiert.

Allied Domecq ist z.B. einer der größten Weinproduzenten in Kalifornien. Mit der Übernahme durch Pernod Ricard würden sie das unabhängige zweitgrößte Unternehmen Gallo im Flaschenverkauf überholen und den derzeitigen Weltmarktführer Constellation Brands (z.B. Mondavi) attakieren.

Allied produziert 27m Flaschen kalifornischen Weins; Pernod ist dagegen stark in Australien; Fortune Brands besitzt die bekannte Marke Geyser Peak.

Diese geplante Übernahme soll ebenfalls den gekonnten Schachzug von Diageo parieren, bei dem der große kalifornische Weinhersteller Chalone übernommen wurde. Eine geglückte Übernahme würde das entstehende Unternehmen mit mehr als 250m verkaufter Weinflaschen pro Jahr in eine extrem starke Position bringen.

Die Beteiligung von Fortune Brands (Jim Beam) würde es Pernod leichter mit seinen Weinzielen machen. Denn die Spirituosen Marken Malibu, Canadian Club und Maker's Mark würden gut in das Portfolio von Fortune Brands passen.

Konfliktpotenzial sieht die Branche im Wunsch von Fortune Brands, etwas von dem lukrativen Weinkuchen abzubekommen. Auch die Allied-Töchterunternehmen Dunkin' Donuts und Baskin-Robbins dürften ein großes Thema sein. Niemand der potenziellen Käufer möchte diese Unternehmen haben. Der Erfolg der Übernahme wird sehr davon abhängen, ob sich Dritte für diese branchenfremden Unternehmungen interessieren werden.

5.4.2005
Goldman Sachs
Allied und Pernod abgewertet

Vor dem Bekanntwerden der Übernahmepläne gab die Investmentbank Goldman Sachs eine neue Einstufung der beiden Unternehmen bekannt. Beide wurden von 'outperform' auf 'in-line' zurück gestuft.

Diese Rückstufungen sind ein normales Verfahren, wenn Aktienkurse deutlich gestiegen sind und man von Seiten der Investmentbank die Kurse nun als fair betrachtet.

5.4.2005
Pernod Ricard
Allied Domecq steht vor der Übernahme

Jetzt ist doch wahr geworden, was viele sich nicht zu vermuten trauten (wir berichteten). Pernod Ricard gab heute in seiner Pressemeldung bekannt, dass sie vermutlich ein Kaufangebot für Allied Domecq, den zweitgrößten Spirituosenkonzern der Welt, abgeben werden.

Das Angebot wird vermutlich gemeinsam mit Fortune Brands (Jim Beam) abgegeben werden. Unter beiden Konzernen sollen dann die Marken aufgeteilt werden. Fortune Brands äußerte sich in seiner Pressemeldung etwas zurückhaltender.

Wir dürfen gespannt sein, ob aus den sechs großen Spirituosenkonzernen in Zukunft fünf werden. Mit Sicherheit werden die Kartellbehörden in UK, Europa und den USA ein gehöriges Wort mitzureden haben.

22.3.2005
SWA
Scotch Malt Whisky Exporte steigen rasant

Wie die Scotch Whisky Association (SWA) bekannt gab, stiegen die Exportzahlen für Malt Whisky 2004 um 15% im Vergleich zum Vorjahr. Es wurden zum ersten Mal 55m Flaschen Malt Whisky exportiert.

Blended Whisky fiel dagegen um -2% in der Flaschenanzahl und um -6% im Wert.

Die Gesamtwhiskyexporte übertrafen die GBP2Mrd Marke zum 12. Mal in Folge. Es wurden 953m Flaschen Scotch exportiert.

Den größten Einfluss für den Rückgang im Blended Scotch Segment fällt auf Korea. Der dortige Absatzrückgang macht allein -2,4% im Wert aus.

22.3.2005
Pernod
Chivas mit neuem Flagschiff

Pernod Ricard gab bekannt, dass in naher Zukunft der Royal Salute 38 Jahre 'Stone of Destiny' Blended Scotch Whisky im Handel verfügbar sein wird.

Der Flaschenpreis ist noch relativ unsicher. In Korea, als einem der wichtigsten Märkte für den Royal Salute, spricht man von 1,7m Won (ca. 1.300 EUR).

7.3.2005
Laphroaig
Laphroaig verliert erneut Manager

Nach der Pensionierung von Iain Henderson als langjähriger Manager der Islay Malt Whisky Brennerei Laphroaig, verlässt auch sein junger Nachfolger Robin Shields nach nur zwei Jahren die Brennerei.

Was Robin Shields nebst Frau zu diesem Schritt bewogen haben bleibt unbekannt. Da Laphroaig sein Bedauern über diesen Schritt ausdrückt, sind es wohl tatsächlich private Gründe, die für das Ausscheiden sprechen.

3.2005
Brown- Forman
Brown-Forman glänzt mit Zahlen

Wenn man so lange alles richtig macht, dann muss sich das in den Zahlen zeigen. Brown-Forman (Jack Daniel's, Southern Comfort) gab ein Gewinnwachstum von 19% für das vierte Quartal 2004 bekannt. Aktuell denkt man darüber nach, ob man sich aus dem Porzellangeschäft (Lenox) zurück ziehen soll, da es die Margen von Jack Daniel's & Co. nicht mithalten kann.

Der Verkauf der Glenmorangie Anteile an Moët Hennessy machte einen zusätzlichen Gewinn von 39ct/Aktie aus. 32ct pro Aktie wurden daraus für Wertberichtigungen an Lenox verwendet.

3.2005
McLaren
Johnnie Walker sponsert Formel 1

Aktuell wurden Details des neuen Sponsor-Vertrags zwischen Diageo und dem Rennstall McLaren bekannt. Danach investiert Diageo GBP15m in die Reklame auf den Mercedes Boliden (wir berichteten). Die Verdrängung der Zigarettenreklame West fiel weitaus preiswerter aus, als ursprünglich vermutet.

Zusätzlich gab Diageo bekannt, weitere GBP2m an Formel 1 Strecken der Welt für verantwortlichen Umgang mit Alkohol beim Autofahren auszugeben.

Team Chef Ron Dennis sagte, dass Diageo eine lange Zeit darüber nachgedacht habe, ob Spirituosenreklame und Formel 1 Rennsport zusammen passen. Denn schließlich ist Verantwortung auf der Rennstrecke genauso wichtig wie auf der Autobahn.

3.2005
Diageo
Rare Malts Selection vor dem Aus?

Diageo Deutschland gab bekannt, dass die Rare Malts Selection Serie nach der kommenden Abfüllung im September 2005 eingestellt wird. Anfänglich feierten die Flaschen riesige Erfolge. Bis 1999 wurden sogar zwei Auflagen pro Jahr abgefüllt.

Nach massiven Preiserhöhungen zum Jahr 2000 wechselten die Genießer aber auf andere, meist unabhängige, Abfüller. Der Absatz dieser Flaschen ging massiv zurück.

Nutznießer dieser Sortimentsverkleinerung dürften die Super Premium Originalabfüllungen von Diageo werden. Sie sind zwar nochmals deutlich teurer, aber die Originalabfüllungen mit den authentischen Labeln ziehen Sammler magisch an.

Aktuell wurden die folgenden neuen Abfüllungen für September 2005 bekannt gegeben:

Rare Malts Glen Mhor 28J
(letzte Abfüllung) Millburn 35J
  Glendullan 26J
  Linkwood 30J
   
Original Convalmore 27J
  Port Ellen 25J (5th)
  Brora 30J
  Talisker 25J
  Caol Ila 25J
  Lagavulin 12
  North Port 28J
5.3.2005
Craigellachie Hotel
Wichtiges Whisky Hotel wechselt den Besitzer

Das Craigellachie Hotel in Craigellachie, Schottland ist für seine The Quaich Bar mit seiner überaus besonderen Whiskyauswahl weltberühmt. Das wundert nicht. Denn zum einen ist die Auswahl sogar ältester Single Malts nahezu unbegrenzt und zum zweiten kann man von dem zentral gelegenen Hotel der Spitzenklasse Brennereien wie Macallan oder Cragganmore in wenigen Minuten mit dem Wagen erreichen.

Das Hotel ist ein wahres Mekka der Single Malt Whisky Pilger. Jetzt wurde bekannt, dass das Hotel an Garry Gibson verkauft wurde. Seine Verlobte Gaynor Salisbury wird das Hotel in Zukunft führen. Die The Quaich Bar wird fortgeführt. Jedoch wird der Craigellachie Malt Whisky Collection Club eingestellt.

3.3.2005
Scotsman
Schließung von Malzfabrik bedroht Whiskyhersteller

Die Malzfabrik Robert Kilgour Maltings in Kirkcaldy wird geschlossen. Das gab heute die Besitzerfirma Muntons plc bekannt. Die Produktion der 45.000 jährlichen Tonnen wird in eine andere Mälzerei in Bridlington, Yorksire, England, verlegt.

Dieser Schritt wurde laut Besitzerfirma erforderlich, da die modernere und kosteneffektivere Fabrik in England nicht ausgelastet war. Der Neubau der Anlage in England wurde zusammen mit zwei großen schottischen Brennereien verabredet.

Der liberale schottische Parlamentsabgeordnete Andrew Arbuckle gab jedoch zu bedenken, dass diese Schließung und der Bezug des Malzes aus England die Authentizität des Produktes Scotch Whisky in Frage stellt.

3.3.2005
Wall Street Journal
Goldman Sachs zieht sich von Diageo zurück

Goldman Sachs ist von seiner erst kürzlich übernommenen Aufgabe als Investment Broker von Diageo, dem größten Spirituosenkonzern der Welt, zurückgetreten.

Obwohl Details nicht bekannt wurden scheint Goldman Sachs seine Nähe zum Diageo-Konkurrenten Allied Domecq nicht mit der neuen Aufgabe bei Diageo unter einen Hut gebracht zu haben.

1.3.2005
JP Morgan
Allied Domecq neu bewertet

Das Investmenthaus JP Morgan stufte Allied Domecq von 'Übergewichten' auf 'Neutral' zurück. Als Begründung wurde das überproportionale Wachstum des Aktienkurses im Vergleich zu europäischen Indizes genannt.

1.3.2005
Financial Times
LVMH bereitet sich auf Glenmorangie Vertrieb vor

USA, als eines der wichtigsten Absatzländer für Moët Hennessy, dem Getränkearm des Luxusgüterkonzerns LVMH, macht den Anfang. Die bisherigen drei Getränke-Vertriebsgesellschaften werden unter einem Dach vereint. Die Situation in USA ist besonders. Zum einen ist es neben Asien der wachstums- und ertragsreichste Markt für Moët. Zum anderen sorgt der schwächelnde Dollar für sinkende Gewinne.

Obwohl Moët Hennessy zu einem Drittel Diageo gehört, wird es keine Zusammenarbeit zwischen Diageo und Moët Hennessy in den USA geben. Man beschränkt sich nur noch auf Kooperationen in Asien und wenigen europäischen Ländern.

Moët Hennessy wird ebenfalls die restlichen 30% Anteile des US-Wodka-Herstellers Belvedere erwerben. Dies geht einher mit der globalen Strategie von Moët Hennessy, zum globalen Führer im Super Premium Wein- und Spirituosen-Segment zu werden.

25.2.2005
Diageo
Diageo startet Reserve Brand Group in USA

Nach dem Erfolg des Premium Spirituosen Vertriebs in Großbritannien, hat Diageo die Bildung der Reserve Brand Group in USA bekannt gegeben.

Fachkreise gehen davon aus, dass Schritt für Schritt die Premium Spirituosenmarken von Diageo mit eigenem Vertrieb in den wichtigen Märkten antreten werden.

23.2.2005
Whyte & Mackay
Neuer Managing Direktor bei Whyte & Mackay

Bob Brannan, vormals Managing Director bei Wm. Grant & Sons (Glenfiddich, Balvenie) wechselt zu Whyte & Mackay.

Vivian Imerman, vormals Managing Director und CEO in einer Person und mit seinem Schwager seit kurzem auch Alleineigentümer des Unternehmens, holte Brannan an Bord, um die Transformation des Unternehmens zu beschleunigen.

Alle Unternehmensbereiche bis auf Finance und Personalwesen unterstehen in Zukunft Bob Brannan.

18.2.2005
Financial Times
Demografie setzt Diageo unter Druck

'Pampers statt Partys' belasten die Absatzzahlen von Diageo. Die älter werdende Bevölkerung in Europa gibt immer weniger Geld für Mode-Getränke aus. Smirnoff, verantwortlich für 20% aller von Diageo verkauften Flaschen, führt seinen Abwärtskurs mit 12% weniger verkaufter Flaschen fort.

Besonders Gesetze gegen Alkoholmissbrauch setzen den Verkaufszahlen von Smirnoff Ice zu. Höhere Steuern und Anti-Rauchergesetze belasten den Absatz zusätzlich.

Doch so schlecht, wie es jetzt klingt, geht des dem Spirituosenriesen nicht. 22% Absatzplus in den jungen Märkten und 10% Plus in Nordamerika führen dann doch nur zu einem blauen Auge. In Summe betrug das Mengenwachstum 2%.

Der Umsatz für das letzte Halbjahr 2004 fiel von GBP5,06Mrd im 2.HJ 2003 auf aktuelle GBP4,98Mrd. Der Gewinn reduzierte sich von GBP891m im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf jetzt GBP869m.

17.2.2005
Jim Beam
Jim Beam und Starbucks starten gemeinsamen Likör

Jim Beam Brands, ein Unternehmen von Fortune Brands, und die Starbucks Coffee Shop Kette bringen einen gemeinsamen Kaffee-Likör auf den Markt.

Starbucks (TM) Coffee Liqueur ist mischbar und variabel im Einsatz. Zunächst bleibt die Verbreitung auf den amerikanischen Markt begrenzt. Der Likör wird nicht in den Starbucks Coffee Shops erhältlich sein, sondern ausschließlich über den Handel und lizenzierte Restaurants vertrieben werden.

Feb. 2005
Glenmorangie
Managementwechsel an der Spitze von Glenmorangie

Jetzt ist doch wahr geworden, was zuerst vehement dementiert wurde. Die Übernahme von Glenmorangie durch Moët Hennessy führt zu einer Ablösung von zunächst vier Non-Executive Managern.

Keith Edelman Non-Executive Chairman, sowie die Non-Executive Direktoren Dr. Peter Williamson, Michael Cheek und Peter Jensen verlassen mit sofortiger Wirkung das Unternehmen.

Was zur Ablösung der hohen Manager geführt hat wurde nicht bekannt.

15.2.2005
Old Pulteney
Single Malt Whisky wärmt

Das Lebenswasser Schottlands wärmt in Zukunft die Schotten auch von außen. In Zusammenarbeit mit dem Highland Council und Integrated Energy soll die Old Pulteney Brennerei im nördlichen Wick einen ganzen Stadtteil mit Fernwärme versorgen.

Das heiße Abwasser der Brennerei soll mit einem Biomasse-Kraftwerk weiter erhitzt werden und 450 Haushalte versorgen. Wie Inver House Distillers Ltd. bekannt gab, hat das Projekt einen Umfang von GBP3,5m. Die zur Verfügung gestellte Wärmeenergie soll nur 50% der normalen Heizung kosten. Die Arbeiten sollen noch dieses Jahr beginnen.

14.2.2005
Financial Mail
Übernahme von Allied Domecq?

Schon öfter gab es Diskussionen über eine Übernahme des großen, britischen Spirituosen-Konzerns Allied Domecq. Blieben doch die Erwartungen, die die Börse an das Unternehmen stellte, in der Vergangenheit über längere Zeiträume nicht erfüllt.

Dass gerade jetzt, nach einer längeren Phase der Kursverbesserung, erneut ein Angebot diskutiert wird, überrascht. Das Angebot soll gemeinsam von Jim Beam Brands und dem französischen Spirituosenriesen Pernod Ricard geplant sein. Die Investmentbanken J. P. Morgan und Morgan Stanley sollen mit der Ausarbeitung eines Angebotes beauftragt sein.

Die ebenfalls in London beheimatete Investmentbank Cazenove Ltd. gibt einer potenziellen Übernahme eine Wahrscheinlichkeit von nur 10%. Der aktuelle Börsenwert beträgt derzeit rund GBP10Mrd. Ein attraktives Angebot müsste deshalb in der Größenordnung von US$15Mrd. liegen. Das ist bei weitem zu viel für einen Konzern, der 2004 GBP3,2Mrd. Umsatz und GBP521m Gewinn erreicht hat.

Für Spirituosenkonzerne sind in der Vergangenheit bis zu 2x Umsatz oder 10x Gewinn bezahlt worden. Der Aktienwert spekuliert bereits massiv über diesen substanziellen Wert hinaus.

13.2.2005
DSC
Bourbon und Tennessee Whiskey wachsen

Wie das Distilled Spirits Council of The United States bekannt gab, wuchsen die Verkäufe von Bourbon und Tennessee Whiskey auf 120 Millionen Liter in 2003 an. Das entspricht einem Wachstum um 2% im Vergleich zu 2002. Das größte Wachstum fand im Premium Sektor statt. Die Small Batch Bourbons (Booker, Baker's, Knob Creek, Basil Hayden) wuchsen um 4,4%. Makers Mark schaffte sogar 7,5%.

Der Gesamtumsatz dieser beiden Whiskykategorien stieg auf US$1,3Mrd. Die Premium Bourbons, die nur US$62,7m im Jahr 2003 umsetzten, wuchsen im Wert um 6,2%.

Anmerkung TWS: Sie haben richtig gelesen. Dies sind die Zahlen für 2003. Leider erscheinen diese Zahlen immer sehr spät - genauso wie bei der SWA in Schottland.

12.2.2005
Kilchoman
Kilchoman rüstet Brennerei aus

Nachdem viel spekuliert wurde ist es jetzt endlich soweit. Kilchoman, die in diesem Jahr die westlichste produzierende Brennerei Schottlands werden wird, hat seine Brennblasen aufgestellt. Auch die Mash Tun ist schon eingetroffen. Es wird vermutet, dass der erste Brand noch in diesem Jahr stattfinden wird. Zu Weihnachten 2008 können wir dann vielleicht mit dem ersten abgefüllten Malt Whisky rechnen.

8.2.2005
Diageo
Diageo expandiert in Wein

Die Konzentration auf das Geschäft mit alkoholischen Getränken geht bei Diageo weiter. Aktuell gab das Unternehmen bekannt, dass die Akquisition des großen amerikanischen Wein Distributors The Chalone Wine Group Ltd. abgeschlossen werden konnte. Die Aktien werden seit heute an der New Yorker Börse NASDAQ nicht mehr gehandelt.

Siehe auch Beitrag vom 7.1.2005

7.2.2005
SWA
Änderungen an Whisky Labels

Die Scotch Whisky Association gab bekannt, dass im Laufe dieses Jahres neue Bezeichnungen für verschiedene Scotch Whisky-Kategorien eingeführt werden. Nachdem große Verwirrung im Cardhu-Fall (Pure Malt vs. Vatted Malt) entstanden waren, hat man sich jetzt auf ein neues System innerhalb der SWA geeinigt.

Beschreibungen wie Vatted Malt, Vintage Malt oder Pure Malt sollen in Zukunft für Malt Whiskys aus verschiedenen Brennereien gebannt werden. Stattdessen wird der Begriff Blended Malt eingeführt.

Erster Vertreter dieser Kategorie ist der Johnnie Walker Green Label 15 Jahre. Er trägt seit neuestem die Bezeichnung Blended Malt Scotch Whisky. Doch ganz so schnell lässt sich das alte System nicht über Bord werfen. Unten auf der Flasche steht immer noch die Bezeichnung Pure Malt.

Die neue Bezeichnung ist nur für Mitglieder der SWA bindend. Es wird aber erwartet, dass sich die neue Bezeichnungsweise trotzdem langfristig weitflächig durchsetzen wird.

In Deutschland hat dieses Thema jedoch keinerlei Bedeutung. Zu gering sind die Mengen an Vatted Malt Whiskys - hoppla Blended Malt Whiskys - die bei uns abgesetzt werden.

7.2.2005
Financial Times
Last Orders Please!

Dieser bekannte Ausruf in britischen Pubs wird bald der Vergangenheit angehören. Die strikten Sperrstunden werden im Laufe des Jahres in Großbritannien gelockert. Jeder Pub kann dann einen Antrag auf längere Öffnungszeiten stellen.

Die alten Öffnungszeiten wurden während des ersten Weltkriegs erlassen, damit die Arbeiter in den Munitionsfabriken morgens pünktlich zur Arbeit erschienen und vor allem sichere Arbeit ablieferten.

Da bislang alle Pubs zur gleichen Zeit schließen, kam es immer wieder durch die gleichzeitige Freisetzung so vieler alkoholisierter Menschen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Das versucht man mit dem neuen Gesetz zu entzerren.

2.2.2005
Financial Times
WestLB zieht sich aus Whyte & Mackay Kredit zurück

Die Westdeutsche Landesbank aus Düsseldorf war maßgeblich am Management Buy-out von Whyte & Mackay W&M aus dem Unternehmen Jim Beam Brands 2001 beteiligt. Eigentlich sollte der Buy-out nur für 1 Jahr mit einem Darlehn von GBP208m finanziert werden.

Die aktuelle Umschuldung fand mit der Bank of Scotland statt. Der neue Vertrag hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Mit der Umschuldung werden auch die Eigentumsverhältnisse an W&M neu geregelt. Investment Banker aus WestLB-Kreisen verkauften ihre Anteile an das Management von W&M zurück. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Vivian Imermann und sein Schwager Robert Tchenguiz werden damit zu 100% Eigentümer des Unternehmens.

Feb. 2005
Vinum
Cybox Barrique Container auf dem Vormarsch

Die schweizer Firma Cybox hat 2004 eckige Holzcontainer entwickelt, in denen sich Weine vortrefflich ausbauen lassen. Genauso wie Fässer werden diese Container ohne Nägel zusammengehalten. Der Vorteil von Cybox liegt an der höheren Lagerdichte in den Häusern der Weingüter und der einfachen Zerlegbarkeit der Boxen für den Transport.

Über 100 Weingüter setzen diese Boxen bereits ein. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch die Whisky-Industrie diese Container für die Nachreifung entdecken wird.

26.1.2005
Diageo
Diageo ist gegen AWOLs

Nach den anscheinend Sucht verursachenden Alcopops gibt es eine neue alkoholische Droge: Die AWOLs. Ausgeschrieben bedeutet es Alcohol With Out Liquid. Also Alkohol ohne Flüssigkeit. Wie funktioniert das Ganze? Über eine Zerstäuberarmatur wird der Alkohol mit der Atemluft über die Lunge statt über den Magen aufgenommen. Damit soll der Alkohol direkt ins Blut gehen und weniger schädlich für den Magen sein. Auch die zu sich genommene Kalorienmenge sei deutlich geringer, heißt es.

Der Hersteller gibt eine maximale Verweildauer an den Inhalationsgeräten von 2x20min pro 24 Std. an.

Wer einmal so eine Maschine in Aktion gesehen hat, fühlt sich im luftleeren Raum zwischen Asthmatikern und Kokain schniefenden Yuppies. Und genau das macht wohl den Reiz aus.

Eingeführt wurden die Geräte bereits in USA, Europa und Asien. Erste Erfolge haben sich auch bereits eingestellt. Doch Diageo, der größte Spirituosenkonzern der Welt, unterstützt die Anti-AWOL Bewegung, die sich gerade bildet.

10.1.2005
justdrinks
Whiskymarkt in Asien enttäuschend

Die Scotch Whisky Verkäufe in Asien haben anscheinend einen neuen, negativen Rekord gebrochen. Japan und Südkorea haben sowohl in Stückzahlen als auch im Wert gegenüber dem Vorjahr verloren. Auch die zuvor boomenden Märkte in Taiwan und Thailand wuchsen deutlich langsamer als noch in 2003.

7.1.2005
Deutsche Bank
Spirit-Industrie mit Neutral bewertet

Die Analysten der Deutschen Bank haben die Spirituosenindustrie aktuell auf Neutral herabgestuft. Im Speziellen wurden Allied Domecq und Pernod Ricard, Nummer 2 und 3 der weltweit größten Unternehmen dieser Branche, auf Neutral gesetzt. Das Bankhaus Dresdner Kleinwort Wasserstein reduzierte das Rating von Diageo von 'add' auf 'hold'.

Grund für die neutrale Wertung ist die andauernde Dollarschwäche gegenüber dem Euro und dem Pfund. Aktuell wurde die ganze Branche um 2 bis 4% abgewertet.

7.1.2005
Glenmorangie
Glenmorangie Verkauf abgeschlossen

Bis zuletzt gab es noch Wettbewerbsbedenken bei der Übernahme von Glenmorangie plc durch Moët Hennessy. Jetzt ist die Übernahme perfekt.

Die freundliche Übernahme fand für einen Betrag von GBP300m statt.

7.1.2005
Diageo
Diageo erweitert Wein Portfolio

Die amerikanische Wettbewerbsbehörde (FTC - Federal Trade Commission) gab grünes Licht für die Übernahme des amerikanischen Weinherstellers Chalone durch den größten Spirituosen-Produzenten der Welt Diageo. Die Übernahme muss noch durch die amerikanischen Aktionäre von Chalone bestätigt werden.

Der Übernahmepreis soll US$260m betragen.

Eigentlich sollte Chalone von dem französischen Weinproduzenten Domaines Barons de Rothschild mit dem Weingut Lafite übernommen werden. Der Deal war eigentlich schon perfekt. Jetzt zahlt Diageo eine Entschädigung von US$2,5m an Rothschild.

 

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letzte Änderung: 28. Oktober 2008