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Der Whisky Ticker - 2. Halbjahr 2002

18. Dez. 2002
The Scotsman
Whisky in Pulverform

Prof. Eckhard Weidner von der Universität Bochum hat einen Instant-Whisky entwickelt. Vergleichbar zum Instant-Kaffee-Pulver entwickelte er einen Whisky in Pulverform, der Wasser zugesetzt nicht nur das Whisky-Aroma, sondern auch den Alkohol im Glas erzeugt.

Für Malt-Whisky-Liebhaber gleicht dieses Szenario eher einem Horror als einer Bereicherung des täglichen Lebens. Unter Fachleuten ist umstritten, ob sich dieses Getränk nach der europäischen Gesetzeslage überhaupt Whisky nennen darf. Die Chancen dafür stehen schlecht, da bereits das britische Redestillat Manx (zweite Destillation nach der Lagerung) nicht mehr Whisky heißen darf.

16. Dez. 2002
Financial Times
Neue Globale Drinks Firma entsteht mit Sitz in Schottland

CL Financial Ltd mit Sitz in Trinidad/West Indies hält seit 1999 29% Anteile an Burn Stewart Distillers (Tobermory, Ledaig, Deanston). Bereits im April 2002 gab CL Financial seine Absicht bekannt, die restlichen Aktien zu übernehmen.

Das Angebot an die sich im Streubesitz befindlichen Aktien beläuft sich auf 75p Cash pro Aktie. Der Gesamtwert von Burn Stewart berechnet sich damit zu GBP48,9m.

CL Financial ist ebenfalls der Eigentümer von Angustura Bitter und die damit verbundenen Rum Marken. Ziel ist es eine globale Drinks Company mit breitem Angebot zu schaffen, die zu einem späteren Zeitpunkt an der Londoner Börse seinen IPO haben wird.

4. Dez. 2002
Dalmore
Die Dalmore Brennerei bricht Preis-Rekord mit dem Verkauf einer seltenen Highland Malt Flasche

Eine der seltensten Malt Whisky Flaschen kam heute im schottischen Auktionshaus McTears unter den Hammer. Bei der Flasche handelte es sich um einen Dalmore 62 Jahre mit nur noch 40,5% Stärke. Der Rest des Alkohols entwich während dieser extrem langen Lagerzeit durch die Fassporen ins Freie.

Die Flasche erreichte einen Zuschlags-Preis von GBP 25.877,50 (ca. EUR 41.000). Damit brach diese Flasche den bisherigen Rekord eines Macallan.

Drei Personen steigerten über GBP 20.000. Der Sieger blieb anonym.

Nov. 2002
Drinks Intl.
Wm. Grant & Sons erweitert Produkt-Portfolio

Die Eigentümer so großer Marken wie dem Single Malt Glenfiddich oder dem Blended Whisky Grant's haben sich die kanadische Whiskey Marke Gibson's gekauft. Die Produktion findet nach wie vor in der Brennerei Valleyfield durch die Eigentümer Barton Inc. statt.

Doch nicht nur Canadian Whiskey stand auf der Einkaufstour. Auch im Rum-Sektor war Wm. Grant erfolgreich. Nach der Übernahme von Seagram's durch Diageo und Pernod Ricard standen mehrere kleinere Rum-Marken zum Verkauf, die nicht so recht ins Portfolio der beiden Großen passen wollten. Wm. Grant erwarb aktuell Old Vatted Demarara, Wood's 100 Old Navy und Vat 19.

Nov. 2002
Macallan
Macallan erweitert Palette mit dem Elegancia

Die schottische Malt Whisky Brennerei Macallan ist für seine in alten, ehemaligen Sherryfässern gereiften Single Malts berühmt. Doch Sherryfass ist nicht gleich Sherryfass. Die Fässer der reichen, kräftigen und trockenen Oloroso-Sherrys geben dem Malt Whisky eine andere Note als die weichen, feinen und aromareichen Fino Sherryfässer.

"Der aktuell erschienene Macallan Elegancia erweitert den Macallan Geschmack um eine leichtere, anspruchsvollere und differenzierte Note", wie Bob Dalgarno, Whisky Maker bei Macallan, sagt.

Der Macallan Elegancia ist im The Whisky Store für EUR 46,90 in der 1 Liter Flasche erhältlich.

16. Nov. 2002
Macallan
Macallan veröffentlicht Macallan Guide

Macallan, im Volksmund auch der Rolls Royce unter den Malt Whiskys genannt, hat einen umfangreichen Katalog über alle bisher erschienenen Jahrgangs-Macallans inklusive den zugehörigen Miniaturen unter dem Titel: 'The Definitive Guide to Buying Macallan' heraus gebracht. Er kostet GBP 10 und ist an der Brennerei erhältlich.

Mehr als 9.000 Malts sind aufgelistet und kosten zusammen GBP 14,5m (EUR 22,7m). Sie datieren zurück bis ins Jahr 1856. Einige wenige äußerst seltene Stücke aus diesem Katalog werden ab Januar 2003 auf der Macallan Homepage versteigert.

14. Nov. 2002
The Whisky Store
Gutes Klima für Brennerei-Neugründungen?

In den vergangenen 12 Monaten wurde von 4 Brennerei-Neugründungen in Schottland berichtet. Kilchoman auf Islay, Glengyle in Campbeltown, Ladybank in der Grafschaft Fife und zuletzt Blackwood auf den Shetlands.

Alle Brennereien haben eins gemeinsam: Sie existieren bislang weitgehend nur auf dem Papier. Bevor es mit der Farm-Brennerei Kilchoman überhaupt los ging, war auch schon wieder Schluss. Gerüchte aus dem Umfeld des Farmbesitzers berichten von einem Finanzierungs-Engpass.

Glengyle ist bereits ein Stück weiter. Die Besitzerfamilie von Springbank in Campbeltown hat die alten, leeren Gebäude der Glengyle Brennerei gekauft. Es gibt auch schon ein Schild und die Renovierung macht Fortschritte. Der erste Malt soll 2004 fließen. Auch hier scheint die Finanzierung ein Hauptthema zu sein. Die ersten Flaschen werden bereits vor dem ersten Brand für GBP 175/Stk. (EUR 280/Stk.) angeboten.

Die geplante Brennerei Ladybank soll ein privater Club werden, zu dem 1.250 Mitglieder je 1.850 GBP (zusammen EUR 3,6 Mio.) aufbringen sollen. Aber nicht nur das! Die Mitglieder sollen sich auch dem Spaß des Brennereiaufbaus und des Selbstbrennens widmen. Die Initiatoren gehen davon aus, dass unter den besten Bedingungen der erste Brand im Herbst 2003 erfolgen kann. Zusätzlich möchte man in den alten Mühlengebäuden eine Whisky School für Interessierte einrichten.

Von der jüngst geplanten Brennerei Blackwood auf den Shetland Inseln ist bislang noch am wenigsten bekannt. Auch hier sollen 2.000 Anteilseigner die Finanzierung übernehmen. Die Lizenz ist beantragt aber die erste Finanzierungszusage soll erst Ende November beschlossen werden.

Allen neuen Brennereien mangelt es nicht an Fachleuten und Enthusiasten. Wer sich zu einer Geldanlage als Teilhaber entschließt, sollte sich des vorhandenen Risikos bewusst sein. Investiert wird heute - gebrannt wird mit etwas Glück im nächsten Jahr und ernten kann man erst nach vielen, vielen Jahren Lagerzeit.

6. Nov. 2002
BBC, Diageo
Gefälschter Johnnie Walker Black Label entdeckt

In dem östlichen Londoner Vorort Hackney wurden gefälschte Johnnie Walker Black Label Flaschen entdeckt. Weder der Inhalt noch die Verpackung sind echt. In Deutschland und Österreich sind bislang keine dieser Flaschen gefunden worden.

Die Flaschen sind nicht nur gefälscht, sie enthalten auch unzulässig hohe Mengen an Methanol, das fand die britische Food Standards Agency (FSA) heraus. Methanol ist ein leichter Alkohol, der direkt schädigend auf das menschliche Nervensystem einwirkt. Nicht nur Magenverstimmungen und Erbrechen sind die Folge; bei hohen Dosen kann Atemnot und sogar Blindheit hervorgerufen werden.

Die Flaschen sind relativ einfach zu erkennen: Sie haben ein spanisches oder gar kein Rückenetikett, auf dem Halsetikett wird statt dem richtigen 'Distillers' das Wort 'Distilleries' geschrieben und die Losnummer auf der Rückseite des Frontetiketts ist gefälscht und lautet: L0P24878342.

30. Okt. 2002
Allied Domecq
Neue Abfüllungen von Glendronach und Tormore angekündigt

Nach dem Wiederanlauf von Glendronach gab Allied Domecq aktuell zwei neue Abfüllung dieser kleinen Speyside Brennerei bekannt. Angekündigt wurden ein Glendronach 18 Jahre sowie eine Jahrgangsabfüllung von 1968.

Sammler hatten sich in den letzten Jahren beklagt, dass der 10-jährige Tormore im Laufe des Jahres 2001 aus den Regalen der Händler verschwunden war. Jetzt ist es wieder soweit. Im Frühling 2003 wird ein neuer Tormore 12 Jahre auf dem Markt erscheinen.

Okt. 2002
Diageo
Fast Food Rückgang setzt Diageo unter Druck

Hamburger und Whisky? Passt das zusammen? Das hat sich Paul Walsh, CEO des größten Spirituosen-Produzenten Diageo der Welt, auch gefragt und entschieden, die Hamburgerkette Burger King zu verkaufen.

Die Zeichen standen nicht schlecht und eine potente Investorgruppe mit Texas Pacific, Bain Capital und Goldman Sachs wurde Ende Juli 2002 gefunden. Jetzt erscheint der Verkauf nicht mehr als sicher, da Burger King im Sog des Riesen McDonald's ebenfalls Federn lassen musste. Börsenkurs und Kaufpreis klaffen derzeit auseinander.

Okt. 2002
Kyndal
Old Fettercairn jetzt 12 Jahre alt

Neue Besen kehren gut. Nachdem die Whyte & Mackay Brennereien Dalmore, Fettercairn und Tomintoul im Rahmen des Management Buy-Outs Kyndal von Jim Beam selbständig wurden, sieht man jetzt die ersten Neuerungen am Markt. Der leichte und milde Old Fettercairn wird jetzt mit 12 Jahren Reifedauer statt vorher 10 Jahren abgefüllt. Auch das Etikett hat sich geändert. Statt dem zarten beige herrscht jetzt ein kräftiges grün mit bunten Akzenten vor.

5. Okt. 2002
First Drinks, The Whisky Store
Glenfiddich mit neuem Malt Whisky Finish

Nach dem 21-jährigen Havana Reserve Cuban Rum Finish hat Glenfiddich aktuell eine neue Abfüllung präsentiert.

Durch das Verkosten von eigenen Malts aus den 30er Jahren stellte man bei Glenfiddich fest, dass man früher viel rauchigere Malts herstellte als es heute in der Brennerei üblich ist.

Der aktuelle Malt ist eine Kombination aus dem regulären 12-jährigen, der in Ex-Bourbon und Sherryfässern reifte und einem Glenfiddich, der in Islay-Whisky-Fässern reifte. Diese Alten Whiskyfässer von der Insel Islay nehmen rauchige Geschmacksbestandteile der Islay-Whiskys in sich auf, die während der Glenfiddich-Reifung wieder abgegeben werden.

Anmerkung von The Whisky Store: Kennen wir das nicht bereits? Der Balvenie 17J Islay Cask wurde auf die gleiche Weise gereift. Genauso wie Balvenie gehört die Glenfiddich-Brennerei der Firma Wm. Grant & Sons.

4. Okt. 2002
The Herald
Pernod schließt 4 schottische Single Malt Brennereien

Pernod Ricard hat im Rahmen seiner Rationalisierungs-Strategie vier Brennereien, allesamt in 2001 von Seagram's übernommen, eingemottet.

Bei den Brennereien handelt es sich um: Allt A'Bhainne, Benriach, Braeval und Caperdonich.

Doch eingemottet heißt nicht stillgelegt oder abgerissen. Allt A'Bhainne und Braeval arbeiteten für den Blend Chivas Regal, dessen Verkaufszahlen derzeit im Keller sind. Caperdonich, auch bekannt unter dem Pseudonym Glen Grant #2, scheint nun ebenfalls unter Druck geraten zu sein. Benriach, schon immer ein Sorgenkind mit geringen Single Malt Absatzzahlen hatte vor allem für den Blend Queen Anne produziert.

Arbeitsplätze sollen keine in Gefahr sein, da die Mitarbeiter aus der Speyside in anderen, nahe gelegenen Betrieben untergebracht worden sind.

4. Okt. 2002
The Whisky Store
Old Potrero Rye Whiskey jetzt auch in Deutschland erhältlich

Die Anchor Brew Brauerei in San Francisco brennt seit geraumen Jahren in kleinen Pot Stills einen der seltensten Rye Whiskeys aus Amerika. Jetzt ist er im The Whisky Store eingetroffen:

Old Potrero Single Malt Whiskey (Rye) 2 Jahre 9.12.98/20.1.01 62.2%

Der Titel dieses besonderen Rye Whiskeys ist leider etwas 'daneben gegangen'. Ein Single Rye Whiskey kann nie ein Single Malt sein. Rye steht für Roggen und Single Malt steht für Gerstenmalz.

Lassen Sie sich aber bitte nicht beirren. Dies ist ein Fehler des amerikanischen Marketings. Es handelt sich um einen reinen Roggen-Whiskey (Rye) mit intensivem Aroma, der in Pot Stills gebrannt, fassrein abgefüllt wird. Der Preis im The Whisky Store beträgt 99,90 Euro.

Sep. 2002
Drinks,
Impact Int'l
Die 10 meistverkauften Schottischen Single Malts

Belegte Absatzzahlen zu erfahren ist schwierig. Zu oft unterliegen Sie der Firmengeheimhaltung. Jetzt hat die Zeitschrift Drinks es geschafft, Zahlen für die Jahre 2000, 1999 und 1995 zusammen zu stellen:

Marke 2000 1999 1995
Glenfiddich 9,13 9,06 10,35
Glen Grant 5,53 5,66 6,30
The Glenlivet 4,56 4,37 3,66
Cardhu 3,34 2,96 1,54
Glenmorangie 3,02 3,15 2,12
The Macallan 2,76 2,57  
Aberlour 2,25 1,93 1,48
Lagavulin 1,61 1,41 0,81
Laphroaig 1,41 1,29 0,84
Bowmore 1,21   0,73

Alle Angaben in Mio. 0,7l Flaschen.

Diese 10 Top-Marken verkauften zusammen 34,8 Mio. Flaschen im Jahr 2000. Alle übrigen Malt Whisky Marken erreichten gemeinsam nur weitere 9,51 Mio. Flaschen. Die Top-Marken stehen für 80% des Malt Whisky Absatzes in Schottland.

Geht man im Jahr 2000 von knapp 1 Milliarde weltweit verkaufter Scotch Whisky Flaschen aus, so hat Single Malt Whisky einen Anteil von weniger als 5%.

09.09.2002
UDV
Neue Special Editions von United Distillers & Vintners

Neben der bekannten Rare Malts Selection füllt United Distillers & Vintners (GuinnessUDV) vermehrt besondere Flaschen unter dem Original Label ab. Für diesen Herbst ist eine ganze Fülle von extremen Raritäten aus den Brennereien der Classic Malts of Scotland angekündigt worden:

Talisker 20J, Oban 32J, Dalwhinnie 35J, Lagavulin 25J

Darüber hinaus erscheinen erneut Original-Abfüllungen aus geschlossenen Brennereien.

Port Ellen 24J, Brora 30J

The Whisky Store wird diese Abfüllungen sofort nach dem Erscheinen unter den Shop-Neuigkeiten aufführen.

09.09.2002
UDV
United Distillers & Vintners veröffentlicht neue Rare Malts

Aktuell gab United Distillers & Vintners (UDV) die neuesten Rare Malts Selection Abfüllungen bekannt:

Rosebank 20J
Caol Ila 24J
Glen Albyn 26J
Linkwood 27J

Die Flaschen sollen, so gab der Hersteller bekannt, noch vor Weihnachten verfügbar sein.

06.09.2002
Financial Times
Diageo mit starkem Umsatz- und Gewinnplus

Diageo gab die neuen Jahresergebnisse zum 30. Juni 2002 bekannt. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 14% von GBP 8,62 Mrd. auf GBP 9,83 Mrd.. Der Anstieg ist vor allem auf die Übernahme der Drinks Sparte von Seagram's zurück zu führen. Durch starke Rationalisierungsmaßnahmen konnte der Gewinn im gleichen Zeitraum um 36% von GBP 1,72 Mrd. auf GBP 2,34 Mrd. gesteigert werden.

02.09.2002
Financial Times
Diageo kauft Aktien zurück

Für GBP 1,7 Mrd. kaufte Diageo im vergangenen Jahr Aktien von seinen Aktionären zurück. Laut Aussage des Unternehmens ist dies ein weitaus besseres Mittel, Vorteile an alle Aktionäre weiter zu geben, als zusätzliche Dividenden, die immer mit hohen Steuern belastet sind. Die baren Mittel für diesen Rückkauf stammten aus dem Diageo-Verkauf des Pillsburry Unternehmens an General Mills.

Kritisch bleibt anzumerken, dass Diageo seine Aktien in schlechten Börsenzeiten zurück kauft. Damit kann das Unternehmen mehr Aktien als in Hochzeiten zurück kaufen und der Kurs wird künstlich gestützt.

Die nächste Rückkaufwelle ist für dieses Jahr bereits angekündigt. Zumindest ein Teil der Verkaufserlöse für Burger King sollen für ein neuerliches Rückkaufprogramm eingesetzt werden.

14.08.2002
Whisky Notes,
Malt Advocate
Edrington Gruppe gibt Rekord-Ergebnis bekannt

Die schottische Edrington Group (Famous Grouse, Cutty Sark, Macallan, Highland Park) hat aktuell die Zahlen für das Geschäftsjahr 2001/2002 bekannt gegeben, das zum 31.3.2002 endete. Der Umsatz wuchs auf GBP200,8m (2001: GBP188,4m) bei einem gleichzeitigen Anstieg des Vor-Steuer-Gewinns von GBP43,9m auf jetzt GBP49,5m.

Die guten Ergebnisse gründen auf dem größeren Absatz der vier Hauptmarken, die sich vor allem außerhalb Großbritanniens gut verkauften. Die Steigerungen lagen deutlich oberhalb des Branchendurchschnitts.

05.08.2002
Edinburgh News,
The Whisky Store
Wird Bunnahabhain verkauft?

Wm. Grant (Glenfiddich, Balvenie) und Edrington (Glengoyne, Famous Grouse, Cutty Sark) kauften im Jahr 2000 die Firma Highland Distillers (Macallan, Highland Park, Bunnahabhain) von der Londoner Börse. 75% des Unternehmens gehört Edrington, die restlichen 25% Wm. Grant.

Wm. Grant, mit seinen Malt Whiskys beständig auf Expansionskurs, sucht nach Erweiterungen seines Angebots. Aktuell versuchten Sie aus dem Highland Distillers Joint Venture die Brennerei Bunnahabhain herauszukaufen und die 75% Edrington-Anteil an der Brennerei selbst zu übernehmen. Der geplante Verkaufserlös sollte GBP10m betragen.

Trotz der Bestrebungen von Edrington, sich auf seine Kernmarken Macallan, Highland Park, Famous Grouse und Cutty Sark zu beschränken, kam der Verkauf aus unbekannten Gründen nicht zu Stande.

Ein möglicher Verkauf von Bunnahabhain ist der erste Restrukturierungsschritt im Hause Edrington nach der mehrheitlichen Übernahme von Highland Distillers. Für die sich im Dornröschen-Schlaf befindliche Brennerei ist es die große Chance, wieder in Betrieb zu gehen.

01.08.2002
The Ileach
Laphroaig Distillery sucht neuen Manager

Iain Henderson, der langjährige Manager der Laphroaig Distillery auf der inneren Hebrideninsel Islay, ist in Pension gegangen. Jetzt sucht Allied Domecq einen kompetenten Nachfolger.

Originaltext:

Situation vacant LAPHROAIG Distillery manager

c.GBP29k + house + benefits

Due to the retirement of our distillery manager, a unique opportunity has arisen for a distillery Manager at Laphroaig Distillery on Islay. Like the famous whisky, this is not a job for the faint hearted ; this is an opportunity to stamp your personality on our premium Islay whisky.

Die Fachwelt hat überrascht, dass der Nachfolger per Anzeige in der örtlichen Presse auf Islay gesucht wird. Der wahrscheinlichste Grund für diese Vorgehensweise ist der Versuch, einen kompetenten Senior-Manager von einer anderen Brennerei abzuwerben.

Juli 2002
Buffalo Trace
Sazerac Whiskeys gewinnen Gold

Die International Spirits Challenge bedachte zwei große Kentucky Straight Bourbons aus dem Hause Sazerac mit Goldmedallien. Der Gewinner in der Small Batch Bourbon Gruppe ist der Eagle Rare 10 Jahre. In der Bourbon/Tennesse Gruppe wurde der W. L. Weller 12 Jahre ausgezeichnet.

Bronze gewannen W. L. Weller 19 Jahre und Old Charter Proprietor's Reserve. Alle diese Whiskeys sind im The Whisky Store erhältlich.

Juli 2002
Scotch Whisky Ass.
Schottland exportiert mehr als 1 Milliarde Whiskyflaschen pro Jahr

In 2001 exportierte die schottische Whisky-Industrie zum ersten Mal mehr als 1 Milliarde Whiskyflaschen in 200 verschiedene Märkte. Aber nicht nur die Anzahl an exportierten Flaschen erreichte ein Maximum. Nach fünf langen Jahren wuchs zum ersten Mal wieder der Wert der Flaschen stärker als die Anzahl der Flaschen selbst.

Dies ist ein untrügliches Zeichen für den aktuellen Trend in der Branche zu höherwertigen Whiskys wie Premium Scotch und Single Malts.

30.07.2002
Handelsblatt
The Whisky Store
Diageo und LVMH schließen Vertriebsabkommen für die USA

Der mit besonders vielen Auflagen versehene Sprituosen-Markt in den USA führt zu einer weiteren Allianz zweier großer Spirituosenkonzerne. Nach der Gemini Allianz von Brown-Forman und Bacardi haben jetzt Diageo und Louis Vuitton Moet Hennessy ein Joint-Venture geschlossen.

Ziel dieser Aktivität ist ein gemeinsames Vertriebsabkommen für die Bundesstaaten Kalifornien, Florida, New York, Hawaii und Kentucky. Diese 5 Bundesstaaten stehen für 30% des Spirituosenumsatzes in den USA.

Kommentar: Der Vertrieb von hochprozentigen Alkoholika unterliegt in den USA einer besonderen Lizenzierung und Aufsicht. Nur in speziellen und meist kleinen Liquor-Stores sind Spirituosen zur Mitnahme erhältlich. Ein Versand in die und innerhalb der USA ist in der Regel unzulässig. Der Kontakt zu diesen kleinen Stores ist sehr personalintensiv und fördert ein gemeinsames Vorgehen.

22.07.2002
Signatory
Signatory Vintage Scotch Whisky Co. Ltd. kauft Edradour

Jetzt ist es endlich offiziell. Signatory erwarb heute für GBP5,3m Schottlands kleinste Single Malt Whisky Brennerei. Edradour wurde 1825 als Farm-Kooperative gegründet und wechselte vor 20 Jahren zu der französischen Pernod Ricard. Edradour stellt nur 8 Fässer mit 2.000 Litern Roh-Whisky pro Woche her. Dies entspricht einer Menge von 240.000 Flaschen pro Jahr. Viele große Brennereien produzieren diese Menge in jeder Woche.

Edradour beschäftigt in den touristischen Spitzenzeiten 19 Personen. Bis zu 100.000 Besucher finden jährlich den schmalen Weg hinauf zur Brennerei.

Für Andrew Symington (*1963), Besitzer und Geschäftsführer von Singnatory, geht damit ein Traum in Erfüllung.

Er sagt: "Über die Jahre wechselten viele Malt Whisky Brennereien den Besitzer. Edradour ist die perfekte Ergänzung zum Signatory Geschäft. Die kleine und malerische Brennerei hat ein hervorragendes Potenzial und die große Anzahl an Besuchern ist eine hervorragende Gelegenheit mit Kunden direkt ins Gespräch zu kommen. Es ist mir eine große Freude, die Brennerei wieder in schottischen Besitz zu bringen."

06.09.2002
Financial Times
Pernod Ricard weiter auf Konsolidierungskurs

Pernod Ricard, der große französische Spirituosen- und Wein-Konzern, konnte aktuell seinen Anteil an dem Nicht-Alkohol-Großhandels- und Distributions-Unternehmen BWG in Großbritannien und Irland verkaufen. Der Verkaufserlös betrug EUR 200m. Käufer ist das Unternehmen Electra Partners.

09.07.2002
Gerüchte
Wechselt Edradour Besitzer?

Die Gerüchte verdichten sich. Wie aus den üblichen gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, steht der Verkauf der Edradour Brennerei unmittelbar vor dem Abschluss.

Die Käufer sind vermutlich Investorkreise um den unabhängigen Abfüller Signatory Vintage Ltd. aus Edinburgh. Über den Kaufpreis ist man sich wohl einig. Es wurde zwar nichts verlautbart; er dürfte aber noch im einstelligen Millionen Euro-Bereich liegen.

 
 

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letzte Änderung: 28. Oktober 2008