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Bourbon - Eine amerikanische Geschichte
Die ersten Siedler (15tes und 16tes Jahrhundert)Die Indianer, die Ureinwohner Amerikas kannten weder vergorene Pflanzensäfte noch gebrannte Destillate. Die einzigen alkoholischen Nahrungsmittel waren vermutlich vergorene Früchte. Die Destillation alkoholischer Flüssigkeiten kam erst mit den Einwanderern aus Europa in die neue Welt. Nach den Englischen Siedlern waren es vor allem Schotten und Iren, die in ihrer neuen Heimat auf den von zu Hause gewohnten Whisk(e)y nicht verzichten wollten. Da der amerikanische Kontinent zuerst in Mittelamerika und der Karibik besiedelt wurde, herrschte als Spirituose zunächst in Nordamerika der Rum vor. So berühmte Familien wie die Roosevelts (sie stellten zwei US Präsidenten) begründeten zu Beginn des 17ten Jahrhunderts ihren Reichtum auf der Destillation von importierter Melasse (Karibik, Rum).
Doch bis es soweit war, mussten sich die Bauern anstrengen, um die geeigneten Zutaten für die Whisky Produktion anzubauen bzw. zu finden. Die für die Fermentierung notwendige Gerste wuchs auf den Böden nur sehr sparsam und brachte keine guten Erträge. Der Mais, von den Indianern bereits zu gutem Ertrag heran gezüchtet, versprach da bessere Ergebnisse. Sehr bald fand man heraus, dass sich der Mais mit Gerste, Roggen und Weizen sehr gut mischen lies. Torf zum Heizen der Trockenfeuer für das Gerstenmalz fand man nicht. Doch dafür gab es ausreichend Wälder, die den Heizbedarf decken konnten. Auf den Rauchgeschmack im Whisky musste man aber leider verzichten. Die durch den fehlenden Torf bedingte geringere Würze des Whiskys, versuchte man durch Zugabe von Hopfen, die Verwendung von Roggen und das Auskohlen der Fässer zu kompensieren. Und in den unberührten Weiten des neuen Kontinents fand man reichlich sauberes und eisenfreies, mineralarmes Wasser. Der Übergang von bäuerlichen Brennereien auf reine Whisky Brennereien fand gegen Ende des 18ten Jahrhunderts statt. Um 1850 gab es allein in Pennsylvania über 3.000 registrierte Brennblasen.
Der Unabhängigkeitskrieg (19.4.1775 - 3.9.1783)
Die Entstehung des BourbonDen Namenszusatz Bourbon erhielt der amerikanische Whiskey indirekt durch die Hilfe der Franzosen im Befreiungskrieg der jungen Nation gegen die Englische Krone. Nach dem Sieg über die Englischen Truppen wurde aus Dankbarkeit ein County (Grafschaft, Landkreis) im Grenzgebiet zwischen dem heutigen Indiana und Kentucky zu Ehren des französischen Königshauses Bourbon benannt (Bourbonen - frz. Königsfamilie 1579-1792). Zunächst wurde die Herkunftsregion des Whiskeys mit dem Schriftzug Bourbon auf den Fässern vermerkt. Der Namenszusatz Bourbon bürgerte sich für den Whiskey aus der gesamten Region zunehmend ein, da Whiskey aus dem Bourbon County für seine gute Qualität bald berühmt war. Das Bourbon County wurde in den kommenden Jahrhunderten mehrfach geteilt und verschoben. Jedoch auch heute gibt es noch ein County östlich von Lexington, das den Namen Bourbon trägt. Leider gibt es keine Brennerei mehr in dem gesamten County. Erst im Jahre 1964 verabschiedete der amerikanische Kongress eine Resolution, die die Voraussetzungen klärt, damit sich ein amerikanischer Whiskey Bourbon nennen darf.
Die Entstehung der heutigen BrennereienJede der heute noch bestehenden Brennereien ist mit den berühmten Namen der amerikanischen Whiskey Pioniere und deren Dynastien verbunden. Sei es der erste große Wissenschaftler Dr. Crow von der Old Pepper Brennerei (heute Labrot & Graham) oder die Beams, die sich heute in der 7-ten Generation persönlich um ihren Whiskey kümmern. Um 1850 gab es vorwiegend Pot Stills, die in einzelnen Brennvorgängen einige 100 bis 10.000 Liter Alkohol herstellen konnten. Erst das Aufkommen der kontinuierlichen Destillationskolonnen gestattete die Herstellung von Whiskey in größeren Mengen durch einzelne Brennereien. Damit war der Weg frei für die Optimierung der Whiskey-Herstellung, bis sie um 1900 den heute gewohnt hohen Stand erreichte.
Erster Weltkrieg (1914 - 1918)Viele Brennereien sind gezwungen statt Whiskey ihre Produktion auf Schießpulver umzustellen. Der Whiskey wird entsprechend knapp.
Die Prohibition (1919 - 1933)
Aus heutiger und mitteleuropäischer Sicht kann man dieses Bestreben einer einzelnen Menschengruppe im Land nicht verstehen. Alle Vorräte an Whiskey wurden vernichtet. Die Einrichtung aller Brennereien wurde ausgebaut und für andere Zwecke weiter verwendet. So berühmte Brennereifamilien wie die Beams, mussten sich ihren Lebensunterhalt mit einer mühselig aufgebauten Omnibusfabrik verdienen. Andere Brennereien wie Early Times schafften es, zumindest einen Notbetrieb aufrechtzuerhalten, während dessen Alkohol für medizinische Zwecke hergestellt wurde.
1933 zog Amerika die Konsequenz und hob das gescheiterte Gesetz zur Prohibition mit dem 21. Amendment zur Verfassung wieder auf.
Zweiter Weltkrieg (1933 - 1945)Der zweite Weltkrieg brachte den Bourbon verstärkt nach Europa. Die Älteren unter den Lesern dieses Artikels werden die ½ Gallonen Flaschen aus den PX Läden noch kennen, mit denen die amerikanischen GIs ihren Sold bei der deutschen Bevölkerung aufbesserten. Hier endet nun vorläufig die Geschichte des Amerikanischen Whiskeys. Nach einigem Auf und Nieder in den Verlaufszahlen nach dem zweiten Weltkrieg, hat sich der Bourbon einen festen Platz in den Herzen der Genießen erobert. Der Abbau von künstlichen Handelsschranken und die zunehmende Globalisierung haben es auch dem The Whisky Store ermöglicht, sein Angebot an amerikanischen Whiskey auf über 100 unterschiedliche Flaschen für Sie zu vergrößern. Obwohl bislang ungebrochen, lässt sich ein aktueller Trend weg von den Massenerzeugnissen wie Jim Beam oder Jack Daniel's erkennen. Zunehmen finden sich Small Batch und Single Barrel Bourbons in unseren Verkaufsregalen. |
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