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Scapa - Geschichte / History

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Die Scapa Destillerie - von Liane und Ralf Degner

Die Bewohner der Orkney Inseln waren stets mehr dem Ackerbau zugetan als der Fischerei. Es ist daher kaum verwunderlich, dass hier auch das Handwerk der Whisky Destillation eine lange Geschichte hat. Noch im letzten Jahrhundert erzeugten viele kleine Destillerien aus Getreide den Whisky. Namen wie Peninich, Man Ò Hoy oder Wideford verschwanden nach und nach aus dem Whiskygeschäft. Heute gibt es nur noch zwei Brennereien auf Orkney. Die Scapa Brennerei steht in Sichtweite ihres bekannteren Nachbarn Highland Park am Scapa Flow. Seit 1993 steht sie wie viele andere Brennereien still.

Anmerkung The Whisky Store: Seit Sommer 2004 erfolgt die Renovierung der Brennerei. Die Wiederinbetriebnahme erfolgt(e) in 2005.

Geschichte

1885 eröffnete der Speyside Distiller J.T. Townsend die Destillerie. 1919 wurde sie Eigentum der Scapa Distillery Company Limited. Seit 1954 ist sie Bestandteil des Hiram Walker & Sons Imperiums (Allied Domecq). Der Konzern modernisierte die Destillerie erheblich. Sie erhielt hierbei auch die zu dieser Zeit bei Ballantine‘s übliche Form der Lomond Still. Von jeder Destillation erhielt der Master Blender in Dumbarton, dem Sitz von Ballantine‘s, eine Probe. Scapa maischte nun jeweils 14 mal in der Woche eine Menge von 3,76 Tonnen. Zwischen Sonntagnacht und Mittwochmorgen maischte man hier achtmal und sechsmal zwischen Mittwochabend und Freitagmittag. So produzierte Scapa bis zu 1,5 Mio Liter Alkohol im Jahr. Die durchschnittliche Produktion betrug allerdings nur 860.000 Liter.

Die Brennerei

Wir besuchten die Scapa Destillerie im September 1995. Die Hauptstadt Kirkwall erreichten wir mit dem Flugzeug von Aberdeen. Da unser Hotelzimmer noch nicht bezugsfertig war, baten wir die Dame an der Rezeption uns einen Besuchstermin in der Scapa Destillerie zu vereinbaren. Wir hatten Glück und konnten uns, gleich nachdem wir unser Gepäck im Hotel deponiert hatten, auf den Weg zur Brennerei machen. Die sportliche Variante, zu Fuß, kam uns gerade gelegen. Ein kurzes Stück durch Kirkwall und dann zur anderen Seite der Insel, zum Scapa Flow. Für diesen Weg ist höchstens eine Stunde erforderlich. Auf dem Weg ist die auf einem Hügel gelegene Highland Park Destillerie kaum zu übersehen. Schwieriger ist es mit der tiefergelegenen unscheinbaren Scapa Destillerie. Dennoch, die Beschreibung der Dame aus der Hotel Rezeption erwies sich als gut und zutreffend.

Das Destillerie Office befindet sich mitten auf dem Brennereigelände. Ein sehr freundlicher Herr mit einem für diese Inseln typischen Dialekt (Einer Mischung aus Englisch und Skandinavisch) erwartete uns.

Als erstes besichtigten wir das alte Fasslager. Die Fässer lagern hier direkt auf dem Erdboden. Es handelt sich vorwiegend um Bourbonfässer. Gleich im vorderen Teil standen die großen 500 l Butts von Gordon & MacPhail. Dieser unabhängige Abfüller hat bis 1996 die offizielle Brennereiabfüllung für Scapa ausgeführt. Seit 1997 gibt es wieder eine original Abfüllung von Scapa mit 12 Jahren Reifezeit. Anschließend bekamen wir ein großes Lagerhaus voll mit 250 l Hogsheads zu sehen; auch die modernen stählernen Mash Tuns und Wash Backs konnten wir besichtigen. Alles erstrahlte blank geputzt zur sofortigen Inbetriebnahme. Im Stillhaus erwartete uns der Höhepunkt der Tour, das außergewöhnliche Stillpaar. Eine Lomond Wash Still und eine konventionelle Pot Still.

In den 50er Jahren erhielten einige Brennereien des Ballantine‘s Konzernes diesen Still Typ. Er hat einen breiteren Hals als die normale Pot Still und ist im Prinzip eine Pot Still mit aufgesetzter Säulenstill. Das Ergebnis ist ein schweres, gehaltvolles Destillat. Die Miltonduff Destillerie erzeugte mit diesem Stilltyp ihren Mosstowie, Glenburgie und Glencraig. Der Trend zu leichten Destillaten führte in den 80er Jahren zum Abbau dieses Stilltyps. Lediglich hier bei Scapa steht eine der letzten und betriebsbereiten Lomond Stills. Die Lomond Still von Scapa fasst etwa 13.500 Liter und die Spirit Pot Still etwa 12.500 Liter.

Zum Schluss konnten wir noch zwei Flaschen des Malt Whiskys erwerben und erhielten zwei Minis des Ballantine‘s Blends. Nach dem Rückweg zum Hotel erwartete uns ein hervorragendes Abendessen und zum Abschluss ein guter Schluck Scapa Single Malt Whisky. Der 12 Jahre alte Malt hat eine intensiv goldene Farbe. Der Malt ist kräftig. Malz und Bourbon sowie etwas Torf bestimmen den Geschmack.

Hoffentlich heißt es nicht auch bei diesem Malt einmal „It‘s not available".

 

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letzte Änderung: 28. Oktober 2008